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Pressespiegel
Einige Medienberichte über den Protest und die Folgen. Einen umfangreicheren Pressespiegel aus der Zeit des Gipfels gibt es bei DEM Pressespiegel zum G8 Gipfel 2007 unter linkBadespasz.
09. März 2007
Ruppiner Anzeiger - Große Hoffnungen knüpfen sich an Bombodrom-Besiedelung am 1. Juni
Gert Strohschneider unterstützt Initiative gegen G8-Gipfel / Große Hoffnungen knüpfen sich an Bombodrom-Besiedelung am 1. Juni

Ostprignitz-Ruppin * Manchmal fällt der Durchblick schwer: Bevor Gert Strohschneider zu erklären beginnt, warum er die für 1. Juni geplante Besiedelung der Kyritz-Ruppiner-Heide unterstützt, muss er erstmal die Verhältnisse klären.
Bekannt ist Gert Strohschneider nicht zuletzt von der Kampagne "Bomben nein - wir gehen rein". 1700 Menschen haben ihren Namen bereits dafür hergegeben - verbunden mit dem versprechen, das Bombodrom zu besetzen, sollten dort militärische Übungsflüge aufgenommen werden. "Die hätten wir alle anschreiben müssen", erklärt der Neuruppiner, warum die Kampagne, die nunmehr in der Rudolf-Breitscheid-Straße 38 ein eigenes Büro unterhält, nicht mit zur Besiedelung aufruft. Ähnlich wie die Bürgerinitiative Freie Heide. Diese unterstützt den Besiedelungsaufruf nach interner Abstimmung zwar auch nicht, spricht sich aber ebenso wenig dagegen aus.

Was bezweckt die Aktion am 1. Juni, die von beinahe 40 regionalen wie bundesweit aktiven Friedensgruppen unterstützt wird? Um die Antworten zu verstehen, empfiehlt sich ein Streifzug durch die Weltpolitik. Denn die gastiert vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm. G8 heißt die Abkürzung für die Gruppe der Acht, hinter der sich die sieben führenden Industrienationen der Erde und Russland verbergen. Bei den als Weltwirtschaftsgipfel bekannten regelmäßigen Treffen der G8 werden wichtige Weichen gestellt, wirtschaftlich und darüber hinaus. Genau das zeiht Protest an, bevorzugt von Globalisierungskritikern. Hierbei bleibt das Bombodrom nicht außen vor. Würde es kommen, wäre es das größte Übungsgebiet für Militärflieger in Mitteleuropa. Luftwaffe und Nato-Verbündete würden dort üben. Truppen, die an beinahe allen Konfliktherden dieser Erde anzutreffen sind und deshalb mitverantwortlich gemacht werden für nicht zur Ruhe kommende Konflikte.

Umso wichtiger ist es Aktivisten wie Strohschneider, nicht in eine Ecke mit randalierenden Chaoten gestellt zu werden. Dass dies nicht so einfach ist, hat er jüngst bei einer Pressekonferenz in Rostock erlebt. Dort sollte vor Journalisten aus ganz Deutschland der geplante Gegengipfel zu G8 mit zahlreichen weiteren friedlichen Aktionen vorgestellt werden. "Aber die wollten nur wissen, ob es Gewalt gibt. "Dabei knüpft Strohschneider große Hoffnungen an die Besiedelung des Bombodroms. "Das ist eine Chance, weltweit Presse zu kriegen." Und das sei "das Risiko wert, dass es Probleme gibt". Um diese schon im Vorfeld zu vermeiden, gibt es monatlich öffentliche Bündnistreffen im Neuruppiner Café Hinterhof, das nächste am Dienstag, 13. März, um 18 Uhr. Dabei werden vor allem organisatorische Fragen geklärt, wie zum Beispiel der Aufbau des Camps, Unterkünfte. Veranstaltungen, Demos.

Ein Programm eben, das mögliche Störenfriede erst gar nicht auf dumme Gedanken kommen lassen soll. "Rauf gehen, friedlich bleiben, Gefahren meiden", umreißt der Aktivist die Ziele. "Uns geht es um die Symbolik." umso wichtiger ist es Strohschneider, dass die Besiedelung von der Region mitgetragen wird. Nicht zuletzt deshalb soll die Tradition der Montagsgespräche wieder aufgenommen werden - diesmal mit dem Schwerpunkt G8. Veranstaltet vom Verein Esta (Einsetzen statt aussetzen) sollen am 2. und 4. April sowie am 21. Mai G8 allgemein, G8 und Landwirtschaft und Militarisierung und Krieg thematisiert werden. Als Referenten sind unter anderem namhafte Kirchenvertreter im Gespräch. Strohschneider: "Es geht nicht darum, der Region etwas überzustülpen. Wir wollen sie mitnehmen."

Mehr Informationen: linkhttp://www.g8andwar.de