Logo
banner
banner
banner
banner
banner
banner
Foto
Pressespiegel
Einige Medienberichte über den Protest und die Folgen. Einen umfangreicheren Pressespiegel aus der Zeit des Gipfels gibt es bei DEM Pressespiegel zum G8 Gipfel 2007 unter linkBadespasz.
05. Juni 2008
Märkische Allgemeine: Die politische Bilanz
Bernd Pfaffenbach ist Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und als so genannter Sherpa für die deutsche G 8-Politik zuständig. Mit ihm sprach Ralf Schuler.

MAZ: Wie sieht die politische Bilanz nach einem Jahr aus?

Bernd Pfaffenbach: Ich glaube, dass wir in der Tat eine gute Bilanz unserer deutschen G 8-Präsidentschaft 2007 vorweisen können. Erstens: Heiligendamm hat einen wichtigen Impuls für den Start der UN-Klimaverhandlungen auf Bali gegeben. Zweitens: Wir haben unter dem Titel „Wachstum und Verantwortung in Afrika" eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, die die Reformbemühungen afrikanischer Staaten um Demokratie, Sicherheit und gute Regierungsführung stärken, die inneren ökonomischen Wachstumskräfte unterstützen und den Kampf gegen Krankheiten wie HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria weiter voranbringen. Drittens: Mit unserem dritten Schwerpunktthema „Wachstum und Verantwortung in der Weltwirtschaft" haben wir gezeigt, dass Globalisierung und die Früchte wirtschaftlichen Wachstums uns allen zu Gute kommen, aber dass die Globalisierung auch mit einem menschlichem Antlitz gestaltet werden muss. Hier haben wir Vereinbarungen zu den Themen Agenda für Wachstum, Transparenz der Finanzmärkte, Innovation, Investitionen, Soziale Dimension der Globalisierung getroffen und umgesetzt. Und viertens: Mit dem Heiligendamm-Prozess haben wir die Beziehung der G 8 zu den großen Schwellenländern auf eine neue Stufe gestellt und einen wichtigen Impuls für die „global governance" gegeben.

MAZ: Worum geht es beim „Heiligendamm-Prozess"?

Pfaffenbach: Die Gewichte in der Weltwirtschaft haben sich in den letzten 15 Jahren verschoben. Aus Ländern wie Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika sind neue starke Akteure geworden. Wir können globalen Herausforderungen nicht mehr ohne diese Länder begegnen. Aber mehr Gewicht muss auch mehr Verantwortung bedeuten. Wir haben daher mit Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika eine neue Form der Partnerschaft und des Dialogs begründet und wollen innerhalb von zunächst zwei Jahren gemeinsame Antworten auf zentrale Fragen der Weltwirtschaft wie „Innovation und Schutz geistigen Eigentums", „Investitionsfreiheit und Soziale Verantwortung", „Energieversorgung und Energieeffizienz" sowie zu Entwicklungsfragen geben.

MAZ: Welche Themen von Heiligendamm stehen jetzt auf der Agenda des diesjährigen Gipfels in Japan?

Pfaffenbach: Japan setzt mit den Themen Klima, Weltwirtschaft und Afrika unsere Agenda von Heiligendamm fort. Dies zeigt, dass wir mit unseren Schwerpunkten im letzten Jahr nicht so falsch lagen, wenngleich wir durch die Krise auf den Finanzmärkten sowie die globale Verteuerung der Nahrungsmittelpreise beim Gipfel in Toyako vor neue Herausforderungen gestellt sind. Diese Themen zeigen aber auch, wie wichtig internationale Kooperation im Rahmen der G 8 ist: Globale Fragen erfordern globale Lösungen!

Mehr Informationen: linkhttp://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11224102/492531/Ein_Jahr_nach_Heiligendamm_haben_fast