Pressespiegel
Einige Medienberichte über den Protest und die Folgen. Einen umfangreicheren Pressespiegel aus der Zeit des Gipfels gibt es bei DEM Pressespiegel zum G8 Gipfel 2007 unter
Badespasz.
Badespasz.
02. Juni 2008
Focus: Heiligendamm - Ein Jahr nach G-8
Das älteste Seebad Deutschlands wurde vor einem Jahr von 16.000 Polizisten und einem kilometerlangen Zaun abgeriegelt, Grund war der G-8 Gipfel. Im Seebad empfing Bundeskanzlerin Angela Merkel Staats- und Regierungschefs, vor dem Zaun tobten die Proteste. Ein Jahr nach dem G-8 Gipfel in Heiligendamm ist dieser immer noch präsent.
Vor einem Jahr richtete sich der Blick der gesamten Welt auf das kleine Heiligendamm in Mecklenburg-Vorpommern: Das älteste Seebad Deutschlands wurde abgeriegelt, 16.000 Polizisten und ein kilometerlanger Zaun verwandelten den Tagungsort des G-8-Gipfels in eine Hochsicherheitszone. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel sich im noblen Grand Hotel mit den Staats- und Regierungschefs der acht führenden Industrienationen im berühmten XXL-Strandkorb fotografieren ließ, tobten einige Kilometer entfernt die Proteste.
Zwölf Monate nach dem G-8-Gipfel vom 6. bis zum 8. Juni 2007 an der Ostsee wirken dort weniger bahnbrechende politische Beschlüsse als die teilweise gewaltsamen Proteste nach. Auch wenn der Rostocker Oberstaatsanwalt Peter Lückemann davon spricht, dass „die juristische Aufarbeitung weitgehend abgeschlossen“ ist, lässt der Gipfel die Anklagebehörde in der Hansestadt nicht los: „Bis zum heutigen Tag bekommen wir noch Anzeigen. Zuletzt erst wieder eine gegen einen Polizisten“, sagte er der AP. Von den insgesamt 1.453 eingeleiteten Ermittlungsverfahren sind demnach 1.405 abgeschlossen. Die meisten Verfahren wurden wegen geringer Schuld oder mangelnder Beweise, teilweise gegen Auflagen, eingestellt. In 84 Fällen kam es zu Verurteilungen. Für Lückemann ist die Vielzahl der Verfahren keine Überraschung: „Damit haben wir gerechnet. Bei so einem Ereignis muss man auf alles gefasst sein.“
Für den Polizeieinsatz hat das Land Mecklenburg-Vorpommern nach eigenen Angaben rund 78,5 Millionen Euro eingeplant. Etwa 64 Millionen seien bisher ausgegeben worden, teilte die Staatskanzlei in Schwerin mit. „Es liegen allerdings noch nicht von allen Bundesländern Abrechnungen vor“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher, Matthias Crone.
Ringstorff sieht Erfolg
Trotz eskalierender Gewalt bei Demonstrationen, dem Einsatz von Tornado-Aufklärungsflugzeugen und Wasserwerfern gegen Demonstranten war der Gipfel für den Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff, ein Erfolg: „Unser Land hat weltweit an Bekanntheit gewonnen“, sagte der SPD-Politiker der AP: Es seien vor allem positive Bilder um die Welt gegangen: „Der G-8-Gipfel in Heiligendamm war für die Außenwahrnehmung und das Image des Landes ein großer Erfolg.“
Dazu hat auch der XXL-Standkorb beigetragen, der für den Nordosten ein Aushängeschild geworden ist. Mit ihm hat die Imagekampagne „MV tut gut“ eine Reihe von nationalen und internationalen Medienpreisen gewonnen, bevor er für einen gemeinnützigen Zweck für eine Million Euro versteigert wurde.
Richtig profitiert hat vor allem der Tagungsort, das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm. „Die Nachfrage hat sich deutlich erhöht“, sagte die Sprecherin des Luxushotels an der Ostsee, Kirsten Brasche-Salinger. Mittlerweile sei die durchschnittliche Auslastung von etwa 43 Prozent 2006 bis auf prognostizierte 64 Prozent in diesem Jahr gestiegen. Der Gipfel sei ein Aushängeschild und ein Werbemittel: „G-8 begegnet den Gästen aber nicht überall im Haus. Es gibt kein G-8-Bier oder so etwas.“
Viele Gäste fragten allerdings noch heute, wo etwa der Strandkorb gestanden oder US-Präsident George W. Bush sein Bier getrunken habe. „Das Interesse am Gipfel ist noch sehr groß. G-8 hat das Hotel vor allem auch als Tagungsort bekannt gemacht“, sagte Brasche-Salinger. Sie sieht das Haus mittlerweile in einer Reihe mit Deutschlands berühmtesten Hotels wie etwa dem Berliner Adlon.
Globalisierungsgegner fühlen sich besser vernetzt
Als Gewinner fühlen sich auch die Globalisierungsgegner, die eine riesige Protestwelle organisierten. Nach dem Gipfel ist die Szene in Deutschland nach Worten des Koordinators des Rostocker Anti-G-8-Bündnisses, Monty Schädel, näher zusammengerückt: „Wir sind jetzt besser vernetzt“, sagte der 38-Jährige. Allerdings räumt er ein, noch keine politischen Ziele durchgesetzt zu haben: „Ich habe aber schon vor dem Gipfel gesagt, dass das schwierig werden wird.“
Mehr Informationen:
http://www.focus.de/politik/diverses/heiligendamm-ein-jahr-nach-g-8_aid_305955.html
Vor einem Jahr richtete sich der Blick der gesamten Welt auf das kleine Heiligendamm in Mecklenburg-Vorpommern: Das älteste Seebad Deutschlands wurde abgeriegelt, 16.000 Polizisten und ein kilometerlanger Zaun verwandelten den Tagungsort des G-8-Gipfels in eine Hochsicherheitszone. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel sich im noblen Grand Hotel mit den Staats- und Regierungschefs der acht führenden Industrienationen im berühmten XXL-Strandkorb fotografieren ließ, tobten einige Kilometer entfernt die Proteste.
Zwölf Monate nach dem G-8-Gipfel vom 6. bis zum 8. Juni 2007 an der Ostsee wirken dort weniger bahnbrechende politische Beschlüsse als die teilweise gewaltsamen Proteste nach. Auch wenn der Rostocker Oberstaatsanwalt Peter Lückemann davon spricht, dass „die juristische Aufarbeitung weitgehend abgeschlossen“ ist, lässt der Gipfel die Anklagebehörde in der Hansestadt nicht los: „Bis zum heutigen Tag bekommen wir noch Anzeigen. Zuletzt erst wieder eine gegen einen Polizisten“, sagte er der AP. Von den insgesamt 1.453 eingeleiteten Ermittlungsverfahren sind demnach 1.405 abgeschlossen. Die meisten Verfahren wurden wegen geringer Schuld oder mangelnder Beweise, teilweise gegen Auflagen, eingestellt. In 84 Fällen kam es zu Verurteilungen. Für Lückemann ist die Vielzahl der Verfahren keine Überraschung: „Damit haben wir gerechnet. Bei so einem Ereignis muss man auf alles gefasst sein.“
Für den Polizeieinsatz hat das Land Mecklenburg-Vorpommern nach eigenen Angaben rund 78,5 Millionen Euro eingeplant. Etwa 64 Millionen seien bisher ausgegeben worden, teilte die Staatskanzlei in Schwerin mit. „Es liegen allerdings noch nicht von allen Bundesländern Abrechnungen vor“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher, Matthias Crone.
Ringstorff sieht Erfolg
Trotz eskalierender Gewalt bei Demonstrationen, dem Einsatz von Tornado-Aufklärungsflugzeugen und Wasserwerfern gegen Demonstranten war der Gipfel für den Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff, ein Erfolg: „Unser Land hat weltweit an Bekanntheit gewonnen“, sagte der SPD-Politiker der AP: Es seien vor allem positive Bilder um die Welt gegangen: „Der G-8-Gipfel in Heiligendamm war für die Außenwahrnehmung und das Image des Landes ein großer Erfolg.“
Dazu hat auch der XXL-Standkorb beigetragen, der für den Nordosten ein Aushängeschild geworden ist. Mit ihm hat die Imagekampagne „MV tut gut“ eine Reihe von nationalen und internationalen Medienpreisen gewonnen, bevor er für einen gemeinnützigen Zweck für eine Million Euro versteigert wurde.
Richtig profitiert hat vor allem der Tagungsort, das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm. „Die Nachfrage hat sich deutlich erhöht“, sagte die Sprecherin des Luxushotels an der Ostsee, Kirsten Brasche-Salinger. Mittlerweile sei die durchschnittliche Auslastung von etwa 43 Prozent 2006 bis auf prognostizierte 64 Prozent in diesem Jahr gestiegen. Der Gipfel sei ein Aushängeschild und ein Werbemittel: „G-8 begegnet den Gästen aber nicht überall im Haus. Es gibt kein G-8-Bier oder so etwas.“
Viele Gäste fragten allerdings noch heute, wo etwa der Strandkorb gestanden oder US-Präsident George W. Bush sein Bier getrunken habe. „Das Interesse am Gipfel ist noch sehr groß. G-8 hat das Hotel vor allem auch als Tagungsort bekannt gemacht“, sagte Brasche-Salinger. Sie sieht das Haus mittlerweile in einer Reihe mit Deutschlands berühmtesten Hotels wie etwa dem Berliner Adlon.
Globalisierungsgegner fühlen sich besser vernetzt
Als Gewinner fühlen sich auch die Globalisierungsgegner, die eine riesige Protestwelle organisierten. Nach dem Gipfel ist die Szene in Deutschland nach Worten des Koordinators des Rostocker Anti-G-8-Bündnisses, Monty Schädel, näher zusammengerückt: „Wir sind jetzt besser vernetzt“, sagte der 38-Jährige. Allerdings räumt er ein, noch keine politischen Ziele durchgesetzt zu haben: „Ich habe aber schon vor dem Gipfel gesagt, dass das schwierig werden wird.“
Mehr Informationen:
http://www.focus.de/politik/diverses/heiligendamm-ein-jahr-nach-g-8_aid_305955.html





