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Pressespiegel
Einige Medienberichte über den Protest und die Folgen. Einen umfangreicheren Pressespiegel aus der Zeit des Gipfels gibt es bei DEM Pressespiegel zum G8 Gipfel 2007 unter linkBadespasz.
10. Oktober 2007
MV-Regio: "Das war der Gipfel" - Erstes Buch über G8-Gipfel erschienen

Noch sind die Ereignisse rund um den G8-Gipfel in Heiligendamm in wacher Erinnerung, nun liegt der erste Rückblick in Buchform vor.

In "Das war der Gipfel" lässt der Scheunen-Verlag (Kückenshagen/Nordvorpommern) ausgewiesene Gegner des G8-Gipfels zu Wort kommen. So bietet das reich bebilderte Buch einen Einblick in das Gefühlsleben derjenigen, die sich bei der Demonstration im Rostocker Stadthafen wenige Tage vor dem Gipfel oder am Zaun rund um Heiligendamm tausenden Polizisten gegenübersahen oder auch die Gewalt aus dem so genannten schwarzen Block miterlebten.

Die ersten Juni-Tage haben bei den Augenzeugen tiefe Spuren hinterlassen. So berichtet eine Rostocker Studentin von dem zunächst friedlichen und bunten Verlauf der Rostocker Samstagsdemonstration über erste Provokationen seitens gewaltbereiter Demonstranten bis hin zu den Gewaltexzessen am Stadthafen, die die Stimmung der folgenden Tage in Rostock und Heiligendamm prägen sollten. Die junge Frau fand Schutz hinter Verkaufsständen entlang des Demonstrationsgeländes, wo sich im Verlauf der Auseinandersetzungen immer mehr Menschen einfanden - "und in den Augen sah man wirklich Panik".

Fast unterhaltsam lesen sich teilweise die Erlebnisse eines Teilnehmers an den Blockaden von Heiligendamm. Er sei auf seinem Fahrrad an den Polizeikontrollen ohne Kontrollen vorbeigekommen, "weil ich mir für diesen Tag ein schönes Oberhemd und eine helle Hose angelegt hatte". Eindrücklich zeichnet er die erfolgreiche Strategie der Blockierer nach, mit der die Polizei überrascht wurde und die Blockade gelang. Nah geht die Schilderung, wie er im Straßengraben liegend von einem Polizisten mit Pfefferspray besprüht wurde. Anschließend gab es über den Graben hinweg doch noch einen freundlichen Dialog, der in dem Satz eines Polizisten mündete: "Wir versuchen ja auch, freundlich zu sein".

Beängstigend ist dagegen die Schilderung der "Gefangenen Nr. 499" über Erlebnisse in einer der umstrittenen Gefangenensammelstelle - von der für sie entwürdigenden und auch schmerzhaften körperlichen Untersuchung bis hin zur Unterbringung mit 22 Frauen in einem 5,5 mal 5,5 Meter großen Käfig. Am Ende fragt sie sich, wo die Solidarität von Herbert Grönemeyer und anderer Musiker geblieben war, die in Hörweite ihr "Stimme gegen Armut"-Konzert gaben. "Auf der Bühne in sicherem Abstand den Mund aufmachen über Merkel und Co ist einfach. Ich erwarte mehr von sich "linksstehend" nennenden Musikern."

"Das war der Gipfel" endet mit einer "unvollständigen Rekonstruktion der Übergriffe der Polizei", Schilderungen, die in Teilen möglicherweise auch Anlass für staatsanwaltliche Ermittlungen bieten könnten. Allerdings leidet das Buch unter der fehlenden Objektivität. Die Übergriffe aus den Reihen des schwarzen Blocks werden nur sporadisch erwähnt, gänzlich fehlen Berichte von Polizisten, die wohl ihre eigene Sicht auf die Dinge haben. Und dass die Regierung beim G8-Gipfel einen Krieg gegen die Demokratie und gegen große Teile des deutschen Volkes geführt hat, wie der Herausgeber in seinem Schlusswort meint, erschließt sich auch nach Lektüre des ansonsten eindrucksvollen Buches nicht.

MVregio Landesdienst mv/nvp



Mehr Informationen: linkhttp://www.mvregio.de/mvr/59543.html