Gipfelproteste
Hier findet Ihr unsere Planung zu den Protesten. Zusätzlich zu unseren Terminen findet Ihr hier den zentralen und bundesweiten Terminkalender zu den G8-Protesten.
friedenskooperative.de
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24. August 2007
Das war der Gipfel
Knapp drei Monate nach dem G8-Gipfel erscheint im Kückenshäger SCHEUNEN-VERLAG ein erstes Buch über die Tage um Rostock und Heiligendamm. Der Titel “Das war der Gipfel” läßt eine voluminöse Fülle des behandelten Stoffes vermuten. Dem ist nicht so. In diesem Buch wird weder analysiert noch kommentiert: Augenzeugen der bewegten Tage kommen zu Wort, die aus ihrem individuellen Erleben, aus ihrem Blickwinkel also, schreiben und beschreiben, was sie gesehen, beobachtet und erfahren haben. Zahlreiche Fotografen aus dem gesamten Bundesgebiet hatten dem Verlag insgesamt über 4000 Fotos übergeben, aus denen er an die 200 vorwiegend farbige auswählen konnte.
Der Verleger Andreas Ciesielski, der bei diesem Buch gleichzeitig als Herausgeber fungiert, hat das umfangreiche G8-Tagebuch der Rostocker Studentin Catharina Trost an den Beginn der Beiträge der versammelten Autoren gestellt. Catharina Trost beschreibt ihre G8-Woche, die sie in der Uni und auf der Straße verbrachte. Sehr informativ, und obwohl sie nicht emotionslos ihre Erlebnisse beschreibt, spürt der Leser eine Distanz, die ihren Aussagen wohl tut und eine unbedingte Glaubwürdigkeit vermittelt.
Wilfried Freier gehörte zur Leitung des Rostocker Camps und beschreibt den Sturm der Polizeikräfte auf das Lager, in dem auch Kinder untergebracht waren. Aus diesem Beitrag erfährt der Leser, was ihm in den offiziellen Medien vorenthalten wurde. Freier beschreibt schonungslos die Strategie von KAVALA, jener für den G8-Gipfel eingerichtete Polizeiführungsstab, der bis heute im Mittelpunkt der Kritik steht.
Hedda Leuchert ist Einwohnerin von Heiligendamm. Sie schreibt über die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten im eingezäunten Areal und gewährt den Lesern somit einen Einblick in den inneren Kreis.
Rasmus Hoffmann vom Rostocker Max-Planck-Institut, ein junger Wissenschaftler, beteiligte sich an der Blockade der Zufahrtswege von Heiligendamm. Sehr nüchtern, aber dennoch atemberaubend ist seine Schilderung des friedlichen und fantasievollen Widerstandes, der Blockade, die Gipfelgeschichte geschrieben hat.
Cornelia Dhanju-Wilborn, eine Mutter von drei Kindern, war Häftling Nummer 499 in der Gefangenensammelstelle in der Industriestraße in Rostock-Schmarl. Sie beteiligte sich an der Blockade und wurde am 7.Juni gegen 8:00 Uhr im Wichmannsdorfer Wald nahe der Funktürme bei Dietrichshagen von der Polizei festgenommen. Mit 21 anderen Frauen verbrachte sie mehrere Stunden in einem an Guantanamo erinnernden Gitterkäfig in der Gefangenensammelstelle in Rostock-Schmarl, bis sie durch Intervention von Rechtsanwälten freigelassen wurde.
Verina Speckin, Rostocker Anwältin, 1. Vorsitzende des Strafverteidigerinnen- und Strafverteidigervereins MV, wählte als Unterzeile ihres Erlebnisberichtes “Neue Erkenntnisse über den Rechtsstaat”. Sie schildert in ihrem Tagebuch die Behinderungen, die sie und ihre Anwaltskolleginnen und -kollegen während der Betreuung der Festgesetzten durch die Polizei erfuhren.
Viviana Uriona, Diplom-Politologin, schildert die Arbeit am “MovinG8 RadioForum”, einem alternativen Sender, der rund um die Uhr in mehreren Sprachen die Gipfelkritiker informierte. Eine andere Kommunikation ist möglich, ist ihre Schlußfolgerung am Ende ihres durchaus informativen Berichtes, der eine für die breite Masse der Medienkonsumenten nahezu unbekannt gebliebene Facette des Widerstandes zeigt.
Der Herausgeber des Buches ist schließlich auch Autor eines Porträts eines Tankstellenbesitzers in Bargeshagen bei Bad Doberan. Eduardo Catalan-Bermudez stellte unmittelbar an der Tankstelle eine großflächige Wiese den Gipfelkritikern zur Verfügung, die dort - direkt an der B 105 - einen Infopunkt errichteten, der die ganzen Tage hindurch von der Polizei argwöhnisch beäugt und auch behindert wurde.
Am Schluß des Buches finden sich Erlebnisberichte Betroffener, die in irgend einer Weise von der Polizei in ihren Bürgerrechten eingeschränkt wurden. Diese Beispiele machen in seiner Gesamtheit Angst, dass die bewährte Demokratie durch polizeistaatliche Strukturen ersetzt werden könnte. Zumindest ist diese Gefahr real, wenn - wie Verina Speckin schreibt - der Anschein besteht, dass Polizeioffiziere Richter unter Druck setzen können.
Aus diesem Grunde heisst der Oder-Titel des Buches auch “Angriff der Regierung auf die Demokratie.” Zu weit hergeholt, diese These? Wer das Buch aufmerksam gelesen hat, wird sie bestätigt finden.
Am 1. September findet um 20.00 Uhr in der Scheune Kückenshagen die Erstpräsentation des Buches statt. Catharina Trost, Verina Speckin, Rasmus Hoffmann, und Wilfried Freier geben an diesem Abend mündlich zu Protokoll, was sie bereits dem Buch anvertraut haben. Neue Erkenntnisse, die seit Drucklegung des Buches gewonnen wurden, werden dem Publikum in der Kulturscheune gewiss nicht vorenthalten.
Andreas Ciesielski (Hrsg.)
“Das war der Gipfel oder Angriff der Regierung auf die Demokratie”.
Broschur, 228 Seiten mit etwa 200 vorwiegend farbigen Illustrationen,
19,90 Seiten,
ISBN: 978- 3-938398-47-0
Mehr Informationen:
http://www.gipfelsoli.org
Mehr Informationen:
http://www.rote-hilfe.de
Mehr Informationen:
http://www.dfg-vk.de
Der Verleger Andreas Ciesielski, der bei diesem Buch gleichzeitig als Herausgeber fungiert, hat das umfangreiche G8-Tagebuch der Rostocker Studentin Catharina Trost an den Beginn der Beiträge der versammelten Autoren gestellt. Catharina Trost beschreibt ihre G8-Woche, die sie in der Uni und auf der Straße verbrachte. Sehr informativ, und obwohl sie nicht emotionslos ihre Erlebnisse beschreibt, spürt der Leser eine Distanz, die ihren Aussagen wohl tut und eine unbedingte Glaubwürdigkeit vermittelt.
Wilfried Freier gehörte zur Leitung des Rostocker Camps und beschreibt den Sturm der Polizeikräfte auf das Lager, in dem auch Kinder untergebracht waren. Aus diesem Beitrag erfährt der Leser, was ihm in den offiziellen Medien vorenthalten wurde. Freier beschreibt schonungslos die Strategie von KAVALA, jener für den G8-Gipfel eingerichtete Polizeiführungsstab, der bis heute im Mittelpunkt der Kritik steht.
Hedda Leuchert ist Einwohnerin von Heiligendamm. Sie schreibt über die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten im eingezäunten Areal und gewährt den Lesern somit einen Einblick in den inneren Kreis.
Rasmus Hoffmann vom Rostocker Max-Planck-Institut, ein junger Wissenschaftler, beteiligte sich an der Blockade der Zufahrtswege von Heiligendamm. Sehr nüchtern, aber dennoch atemberaubend ist seine Schilderung des friedlichen und fantasievollen Widerstandes, der Blockade, die Gipfelgeschichte geschrieben hat.
Cornelia Dhanju-Wilborn, eine Mutter von drei Kindern, war Häftling Nummer 499 in der Gefangenensammelstelle in der Industriestraße in Rostock-Schmarl. Sie beteiligte sich an der Blockade und wurde am 7.Juni gegen 8:00 Uhr im Wichmannsdorfer Wald nahe der Funktürme bei Dietrichshagen von der Polizei festgenommen. Mit 21 anderen Frauen verbrachte sie mehrere Stunden in einem an Guantanamo erinnernden Gitterkäfig in der Gefangenensammelstelle in Rostock-Schmarl, bis sie durch Intervention von Rechtsanwälten freigelassen wurde.
Verina Speckin, Rostocker Anwältin, 1. Vorsitzende des Strafverteidigerinnen- und Strafverteidigervereins MV, wählte als Unterzeile ihres Erlebnisberichtes “Neue Erkenntnisse über den Rechtsstaat”. Sie schildert in ihrem Tagebuch die Behinderungen, die sie und ihre Anwaltskolleginnen und -kollegen während der Betreuung der Festgesetzten durch die Polizei erfuhren.
Viviana Uriona, Diplom-Politologin, schildert die Arbeit am “MovinG8 RadioForum”, einem alternativen Sender, der rund um die Uhr in mehreren Sprachen die Gipfelkritiker informierte. Eine andere Kommunikation ist möglich, ist ihre Schlußfolgerung am Ende ihres durchaus informativen Berichtes, der eine für die breite Masse der Medienkonsumenten nahezu unbekannt gebliebene Facette des Widerstandes zeigt.
Der Herausgeber des Buches ist schließlich auch Autor eines Porträts eines Tankstellenbesitzers in Bargeshagen bei Bad Doberan. Eduardo Catalan-Bermudez stellte unmittelbar an der Tankstelle eine großflächige Wiese den Gipfelkritikern zur Verfügung, die dort - direkt an der B 105 - einen Infopunkt errichteten, der die ganzen Tage hindurch von der Polizei argwöhnisch beäugt und auch behindert wurde.
Am Schluß des Buches finden sich Erlebnisberichte Betroffener, die in irgend einer Weise von der Polizei in ihren Bürgerrechten eingeschränkt wurden. Diese Beispiele machen in seiner Gesamtheit Angst, dass die bewährte Demokratie durch polizeistaatliche Strukturen ersetzt werden könnte. Zumindest ist diese Gefahr real, wenn - wie Verina Speckin schreibt - der Anschein besteht, dass Polizeioffiziere Richter unter Druck setzen können.
Aus diesem Grunde heisst der Oder-Titel des Buches auch “Angriff der Regierung auf die Demokratie.” Zu weit hergeholt, diese These? Wer das Buch aufmerksam gelesen hat, wird sie bestätigt finden.
Am 1. September findet um 20.00 Uhr in der Scheune Kückenshagen die Erstpräsentation des Buches statt. Catharina Trost, Verina Speckin, Rasmus Hoffmann, und Wilfried Freier geben an diesem Abend mündlich zu Protokoll, was sie bereits dem Buch anvertraut haben. Neue Erkenntnisse, die seit Drucklegung des Buches gewonnen wurden, werden dem Publikum in der Kulturscheune gewiss nicht vorenthalten.
Andreas Ciesielski (Hrsg.)
“Das war der Gipfel oder Angriff der Regierung auf die Demokratie”.
Broschur, 228 Seiten mit etwa 200 vorwiegend farbigen Illustrationen,
19,90 Seiten,
ISBN: 978- 3-938398-47-0
Mehr Informationen:
http://www.gipfelsoli.orgMehr Informationen:
http://www.rote-hilfe.deMehr Informationen:
http://www.dfg-vk.de






